Daniel im Interview mit „Squealer Rocks“

Tina vom Musikmagazin Squealer Rocks hat 2zueins!er Daniel interviewt und mit ihm über „Simsalaboom“, musikalische Vorbilder, das Musikgeschäft an sich und vieles mehr geplaudert. Das Interview findet Ihr im Original hier, wir dokumentieren das Gespräch mit freundlicher Genehmigung des Squealer-Rocks-Teams.

Daniel Heinze von 2 Zu Eins
(15.07.2010, Interview geführt von Tina)

2 Zu Eins ist eine relativ junge deutsche Band, die bereits 2007 ihr erstes Album veröffentlichte. Mit der EP „Simsalaboom“ legten die beiden Herren in 2010 eine Scheibe nach, die bei einigen Leuten absolut einen Nerv traf.

Daniel Heinze, eine Hälfte des Duos erklärte sich spontan bereit, sich unseren Fragen zu stellen. Selber kein ganz Unwissender in Sachen Musik, entspann sich ein interessantes Gespräch und eine konstruktive Diskussion über Musik, Land und Leute – ein Interview der etwas anderen Art. Aus einem über einstündigem Gespräch haben wir die wichtigsten Fakten über die Band für euch zusammengestellt.

Squealer-Rocks.de: Hi Daniel! Schön, dass es so kurzfristig mit dem Gesprächstermin geklappt hat.

Daniel: Hi Tina! Ich habe mich nach der Terminabsprache mal im Netz umgeschaut – ihr seid eine Art Fanzine, was in NRW angesiedelt ist?

Squealer-Rocks.de: Ja, genau. Wir decken eine große musikalische Bandbreite von metallischen bis rockigen Klängen ab.

Daniel: Das ist ne coole Sache! Es gibt so viele eingeschliffene Wege im Musikjournalismus, deswegen ist es bei euch total angenehm, zu sehen und zu lesen! Ich bin nicht ganz unbeleckt und kenn mich etwas in dem Bereich aus. Webzines sind einen Zacken ehrlicher als andere Magazine, da die Leute dort nur über IHRE Musik schreiben. Wir sind eh total überrascht, dass wir recht wohlwollend bei euch bzw. bei dir weggekommen sind, da wir ja eher aus der poppigen Ecke kommen und ihr sonst doch eher härter unterwegs seid. Hat uns natürlich um so mehr gefreut!

Squealer-Rocks.de: Platten wie eure sind einfach eine angenehme Überraschungen, da ich Deutsche Musik ganz gerne mag. Ich habe euch mal ins Genre Akustik Deutschrock sortiert – trifft das eurer Meinung nach zu?

Daniel: Ja, damit kann ich sehr gut leben! Wir haben lange überlegt, wie wir das bezeichnen sollen, weil es ja doch eine kleine Schere gibt zwischen dem, was wir live tun und dem, was, wir auf Platte machen. Tatsächlich sind wir ja als Duo unterwegs, das klingt eben rein akustisch. Es gibt auch die Dreier-Version mit Matthias Frommann, der auch auf der Platte mitgemacht hat, der. Unsere Maxime ist, dass wir eben Platten machen, von denen wir das Gefühl haben, dass wir sie uns mit Genuss und Gewinn gerne anhören würden.

Squealer-Rocks.de: Euer Sound hört sich an wie? Ich stellte mir die Frage, wie ihr euch wohl selber sehen würdet? Beim ersten hören, konkret bei „Rot“, dachte ich spontan an Die Ärzte und „Westerland“!

Daniel: Jetzt muss man klar sagen, dass Heiko (Anm. d. Red.: Die andere Hälfte von 2 Zu Eins) einer der größten Farin Urlaub-Verehrer unter der Sonne ist. Er ist absolut fit und firm, was Die Ärzte oder Farin Urlaub angeht. Das färbt natürlich auch etwas aufs Songwriting ab.

Ich mag auch viele Deutsche Liedermacher, u. a. auch Konstantin Wecker und auch Sven Regner von Element Of Crime. So mischt sich das bei uns, es ergibt eine Schnittmenge und aus der Schnittmenge operieren wir. Wir haben uns schon oft überlegt, wo wir uns jetzt einordnen und haben beschlossen, dass wir uns irgendwo zwischen Red Hot Chilie Peppers und Element Of Crime treffen.

Squealer-Rocks.de: Komponiert und textet ihr denn beide, oder ist das aufgeteilt oder wie stelle ich mir die Arbeit von 2 Zu eins vor?

Daniel: Es ist eher eine Competition zwischen zwei Songwritern. Wenn wir unsere Schreibphasen haben, dann ist das wie eine Art Wettstreit, der dann im Proberaum darin gipfelt, dass wir beide sagen, hey, ich hab drei Songs geschrieben, ja, ich hab aber auch drei geschrieben. Jeder schreibt in der Regel für sich und versucht dann den anderen ein bisschen für den Song einzufangen und zu begeistern. Wenn das klappt, dann arbeiten wir gemeinsam an dem jeweiligen Arrangement weiter. Unsere Faustregel: Wer schreibt, der singt auch. Das geht solange gut, bis man dann als Band zusammen spielen muss. Und an der Stelle sind wir beide vollkommen gleichberechtigt. Beziehungsweise bei „Simsalaboom“ dann eben alle drei, wo wir gemeinsam überlegen, wo die Reise denn letztendlich hingeht.

Squealer-Rocks.de: Habt ihr denn in naher Zukunft vor, ein weiteres Album aufzunehmen?

Daniel: Grundsätzlich ja. Ist ja manchmal auch ne blöde Situation, wenn man Musik macht. In dem Moment, wo die Platte raus ist, ist das für die Musiker quasi das Ende eines Prozesses. Aber für alle, die die Musik hören, ist das neu. Mich begleitet zum Beispiel der Song „Leiden“ schon seit Monaten, da ich den Song geschrieben habe, andere hören ihn jetzt zum ersten Mal, für die ist es der Anfang (lacht). Und um deine Frage zu beantworten: JA! Wir werden dieses Jahr auf jeden Fall noch ins Studio gehen und „back-to-the-roots“mäßig neue Songs aufnehmen. Wir gehen aber nicht davon aus, dass wir in diesem Jahr noch was Neues bringen, das dürfte 2011 werden.

Squealer-Rocks.de: Was für Menschen stecken eigentlich hinter 2 Zu Eins?

Daniel: Ganz gemeine Menschen *lacht* Nein, Quatsch. Schwierige Frage… Ich würde mal mit Heiko anfangen. Er war die ersten drei Wochen einfach nur ein Arbeitskollege, als wir uns vor 12 Jahren kennen gelernt haben. Relativ schnell wurde dann aus dem Kollegen ein Freund, obwohl wir aus den denkbar unterschiedlichsten Backgrounds kommen. Heiko kommt eher aus der eher punkigeren Szene, ist früher mit ner Punkband durch die Gegend getingelt. Im Gegensatz zu mir, der ich eher aus einer katholisch-konservativen Ecke komme vom Elternhaus her. Als Teenie hab ich mich dann mit meiner Rockmusik ein bisschen freigeschwommen. Nach wie vor bin ich in der Konstellation eher der konservative, während Heiko eher der flippigere von uns ist.

Squealer-Rocks.de: Was macht ihr, wenn ihr keine Musik macht? Außer arbeiten, meine ich.

Daniel: Ich bin der web 2.0-Typ, pflege diverse Webseiten, schreibe sehr gerne, reise gern und bin ein total geselliger Typ. Zusätzlich berate ich auch Non-Profit Organisationen. Heiko ist ein Mensch mit unglaublich vielen Talenten, die er auch lebt. Zurzeit malt er zum Beispiel grade einen Comic zu einem alten Song selber. Matti ist Fotograf und Musiker. Das eine ist mein Leben, dann gibt es meinen Job und das andere ist meine Musik! Ich bin froh, dass ich nicht von der Musik davon leben muss und nicht jeden Abend auf Malle irgendwelche schlimmen Sachen singen muss.

Squealer-Rocks.de: Was wäre denn deine Musik, also quasi deine Lieblingsband?

Daniel: Meine musikalischen großen Lieben sind die Spin Doctors, Sinead O’Connor, Blues Travelers und Dave Matthews Band. Zusätzlich noch etliches mehr, auch aus dem Deutschsprachigem Bereich, wie z. B. Stoppok, weiter noch einige Songwriter, die eigene Platten gemacht haben.

Manchmal wäre ich aber auch einfach mal gerne U2-Fan oder Madonna-Fan, damit ich mal das Gefühl habe: Ey boh! Um mich rum sind auch alle Fans! Aber: Passiert mir irgendwie nie… *lacht* Irgendwie bin ich eher Fan von irgendwelchen völlig absurden Bands, aber die brauchen ja auch Fans!

Squealer-Rocks.de: Das sehe ich ganz ähnlich und kann das aus persönlichen Gründen sehr gut verstehen, ich mag verrückte Sachen ziemlich gerne.

Daniel: Ich finde ja, dass man selber als Musikant oder Musiker dann am besten ist, wenn auch das feedback, also die Plattenkritiken und so weiter, einigermaßen konstruktiv sind. Es ist das Eine, wenn ich mit einer Platte hardere und nicht schlüssig bin. Aber eine Kritik zu machen, grade weil ich es scheiße finde, halte ich für eher grenzwertig. Bei euch ist mir angenehm aufgefallen, dass sich das total im Rahmen hält und man merkt, dass euch Musik bewegt. Bitte behaltet das bei, finde ich wirklich gut!

Squealer-Rocks.de: Schöne Einleitung, um in Richtung Ende zu kommen – berühmte letzte Worte, was möchtest du unseren Leserinnen und Lesern zukommen lassen?

Daniel: Ich find einfach super, mit Leuten zu reden, denen nicht nur reine Professionalität im Gesicht geschrieben steht, sondern auch aus Interesse mit Bands reden und Fragen fragen, deren Antworten man überall nachlesen kann. Von daher fand ich die Zeit im Gespräch echt gelungen!

Berühmte letzte Worte – ich muss es jetzt sagen… Die Leute sollten sich noch einmal die am meisten unterschätzte Band anhören: Die Spin Doctors. Das Andere: Unterstützt eure Lieblings-Bands! Kauft die Platten, geht zu den Shows, sagt denen, was geil ist und was scheiße ist! Das ist die einzig richtige Art, um Musik zu genießen, nämlich im Nahkampf.

Squealer-Rocks.de: So sei es – ich danke dir vielmals für deine Zeit!

Daniel: Ich danke DIR für deine Mühe, deine Zeit und das angenehme und lustige Gespräch!